"Papier ist geduldig!" – Weshalb sollte man Anstrengungen und finanzielle Mittel in die Erstellung von Dokumentationen investieren, die in Notsituationen niemand liest? Es ist ein Irrglaube, dass Notfalldokumente primär dafür vorgesehen sind, im Ernstfall konsultiert und befolgt zu werden. Lediglich bei Alarmplänen, die als klar strukturierte Aushänge nach DIN-Normen gestaltet sind, kann davon ausgegangen werden, dass sie im Notfall tatsächlich gelesen werden. Die wesentliche Bedeutung dieser Dokumente besteht darin, den einheitlichen und abgestimmten Stand der Sicherheitsüberlegungen festzuhalten und die erforderlichen Informationen weiterzugeben. Durch eine sorgfältig ausgearbeitete Brandschutzordnung oder einen Flucht- und Rettungsplan können nicht nur Fachleute wie Sicherheitsbeauftragte, sondern prinzipiell jede Führungskraft und jeder Mitarbeiter sich regelmäßig die wesentlichen Informationen ins Gedächtnis rufen und neue Kollegen entsprechend unterweisen.
Wo findet man geeignete Vorgaben zur Gestaltung von Brandschutz- oder Notfallordnungen? In größeren Organisationen existieren häufig zentrale Mustervorlagen, die verwendet und gegebenenfalls an die lokalen Gegebenheiten angepasst werden können. Falls solche Vorlagen nicht verfügbar sind, bieten die Fachinformationen der zuständigen Berufsgenossenschaften oder der städtischen bzw. kreislichen Brandschutzdienststellen (Feuerwehren, Brandschutzsachverständige etc.) eine wertvolle Informationsquelle, die teilweise auch online zugänglich ist.
